Drei Sammelklagen gegen Suntech wegen GSF-Affäre

Dem chinesischen Photovoltaik-Konzern Suntech droht bereits eine dritte Sammelklage in den USA, welche auf einen Betrugsfall basierend auf fehlenden Sicherheiten bezüglicher der Investition in die luxemburgische Firma Global Solar Fund, zurückgeht.
Schon Ende Juli ermittelte Suntech auf eigene Faust gegen die luxemburgische GSF. Suntech investierte in die luxemburgische Firma Global Solar Fund, S.C.A. Sicar (GSF) mit einem Betrag von 554,2 Millionen Euro. Die GSF habe im Gegenzug als Sicherheit eine deutsche Staatsanleihe von 560 Millionen Euro vom GSF-Investor GSF Capital Pte. Ltd. angeboten.
Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Staatsanleihe wahrscheinlich nie existierte und vielmehr von einem namentlich unbekannten europäischem Unternehmen „geliehen“ gewesen sei. Somit könnte der chinesische Photovoltaik-Hersteller knapp 560 Millionen Euro mir einem Schlag verloren haben.
Diese Fakten waren das Ergebnis von Überprüfungen, die Suntech von externen Beratern durchführen lassen hatte. Damit steht fest, dass Suntech Opfer eines Betrugs geworden sein könnte.
Schon im ersten Quartal 2012 hatte Suntech mit großen Verlusten zu kämpfen. Ihr Umsatz hatte sich verringert. Zudem stiegen die Schulden des chinesischen Photovoltaik-Herstellers weiter an. Suntech hatte eine Nettoverschuldung von insgesamt 1599,8 Millionen US-Dollar zum ersten Quartal 2012 zu melden. Ein Teilgrund der hohen Verluste des Herstellers seien die in den USA verhängten Antisubventions- und Antidumpingzölle. Hinzukommend seien die gefallenen Preise für Photovoltaik-Produkte und die rückläufigen Absätze weitere Gründe bezüglich Suntech Verluste.
Hinzu kommt, dass Suntech zum Jahresbeginn seine Produktionskapazitäten teils heruntergefahren hatte. Dies führte auch zu Verlusten. Nebenbei wolle der Photovoltaik-Hersteller auch seine Produktionskosten weiter senken.
Daher fragt man sich, weshalb diese Investitionsbeteiligung von Suntech in die GSF?
Es sei ein Investment aus guten Zeiten gewesen. Ohnehin ist Suntech mit 80% der größte Investor der GSF. 10% von dem übrigen Anteil hat der Vorstandschef Zhengrong Shi inne. Die anderen 10% gehören Javier Romero, der Besitzer der GSF Capital Pte. Ltd. und welcher damals auch auf Provisionsbasis Suntech-Module verkauft hat. Das Ziel der Investition von Suntech war eigentlich die Beteiligung an europäischen Photovoltaik-Projekten über die GSF.
Jetzt, da GSF verkauft werden soll, fehlt Suntech eine große Summe Geld. Der Betrugsfall zögert zudem den Verkauf immer weiter hinaus und Suntech bräuchte bis zum nächsten Jahr die Erlöse des Verkaufes, um eine Wandelschuldverschreibung zurückbezahlen zu können.
Ein weiterer Aspekt ist, dass es scheinbar Warnungen vor dem Investment in die luxemburgische Firma gegeben haben soll. Die chinesisch-italienische Firma Equity-Firma Mandarin Capital Partners soll die Chinesische Aufbaubank CDB, welche die Geld-Mittel für das Investment freigab, davor gewarnt haben, zu investieren, da es dort scheinbar teilweise zu Betrügereien gekommen sei. Jedoch ist nicht klar, ob diese Warnungen vor dem Investment Suntech jemals erreicht haben.
Gegenwärtig belaufen sich die Klagen gegen Suntech auf Vorwürfen wie „fehlende interne und finanzielle Kontrollmechanismen“ sowie "sachlich falsche und irreführende Finanzberichte aus der relevanten Zeit". Suntech fühlt sich gegen die Klagen sicher, da solche „[…] Sammelklagen für Kleinaktionäre [] für das US-amerikanische Rechtssystem typisch […]“ seinen und kaum Erfolge verschreiben würden. Daher seien diese kein Grund zur Sorge, so Björn Emde, Sprecher von Suntech in Europa.
Dennoch gibt es einige Auswirkungen, welche scheinbar auch durch die Klage auftraten. Beispielsweise ist der Aktienkurs des chinesischen Photovoltaik-Konzerns in den vergangenen Tagen deutlich eingebrochen.
Trotz all dieser Turbulenzen werde das Alltagsgeschäft von Suntech nicht beeinträchtigt werden sein. Die Zahlen für das zweite Quartal werden jedoch erst Ende August bekannt gegeben.
Wenn Sie sich weiterführend informieren wollen, dann haben wir hier 2 Linkvorschläge:
Autor:
Jana Jung





















